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  • Ich bin Tempelhofer und steh dazu, dass der Flughafen mit Feld so bleibt wie er ist.
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Ich bin Tempelhofer und steh dazu, dass der Flughafen mit Feld so bleibt wie er ist.

  • Am: 21. Januar 2014
  • Von:

Ich bin so ziemlich alles, nur nicht politisch interessiert. Aber manchmal gibt es doch mal eine Sache, wo ich ’nen Hals bekomme. Da wir Berliner alles können außer Flughäfen, Schulen, Wasserbetriebe, mehr Polizisten auf den Straßen – glaube die Liste kann man endlos weiterführen – blutet mir als Berliner bzw. als gebürtiger Tempelhofer das Herz.

Tempelhofer Feld

TempelhoferFeld, Juni 2013
Foto: Leonard Lin, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Einige Berliner haben es sicher mitbekommen: Die Pläne zur Bebauung des Tempelhofer Feldes.

Brauchen wir wirklich noch ein Einkaufszentrum? Ich meine klar, jeder Bezirk kriegt mindestens drei, damit noch mehr kleine Geschäfte in der Stadt aussterben. Klar kann man Wohnungen drauf bauen oder, wie es so schön heißt, eine „Randbebauung“ machen. Wo keiner sich so wirklich sicher ist, ob sich die jeder dann auch leisten kann.

TempelhoferFeld_FotoNicSimanek2013_CC-BY-NC-ND20

TempelhoferFeld 2013
Foto: Nic Simanek, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Ach ja, 7000 mögliche Arbeitsplätze. Nach den Zehntausenden, die durch Einsparungen bzw. Verlagerung nach Brandenburg oder ins Ausland, im Laufe der Jahre vernichtet wurden. Und werden es garantiert feste Arbeitsplätze? Oder wieder nur Halbjahres bzw. Jahresverträge, wie es gang und gebe ist? Bestimmt aber ein hoher Prozentsatz an Leiharbeitern, die einen Zuschuss brauchen, also Hartz 4 um bei einer 35-Stunden Woche über die Runden zu kommen.

Ach ja, ’ne Schule soll ja noch gebaut werden! Wobei, wenn ich mich recht entsinne, alleine in Tempelhof einige geschlossen wurden. Wobei ich mich als Tempelhofer Frage: Wieviele Berliner Bauunternehmen werden davon profitieren? Die billigsten wahrscheinlich, wie es gang und gebe ist. Also eher welche, die hier weder Steuern noch Sozialbeiträge zahlen.

Wir haben soviele Gedenkstätten, Mahnmäler in Berlin, die uns dran erinnern sollen nicht zu vergessen, was Generationen vor uns verbrochen haben. Aber dieser Flughafen, mit dem im Krieg erst Böses beabsichtigt wurde, hat kurz darauf soviel Gutes bewirkt, bei der Blockade. Durch diesen Flughafen hat Berlin überlebt. Nicht nur Tempelhofer sondern auch Schöneberger, Kreuzberger, Neuköllner etc., ergo ganz Berlin (damals noch nicht geteilt).

Berliner Luftbrücke 19. August 1948
Die A U.S. Air Force Douglas C-74 Globemaster landete mit 20 Tonnen Mehl auf dem Flughafen Gatow
Foto: US National Archives, Lizenz: CC BY 2.0

Die Frage ist nicht wieviel Profit das Tempelhofer Feld einbringen könnte mit einer Bebauung. Sondern eher wieviele Berliner Ost wie West überlebt hätten ohne den Flughafen Tempelhof und den in Gatow natürlich.

Luftbrücke Berlin 1948
Kinder spielen Luftbrücke Tempelhofer Flughafen
Foto: US National Archives, Lizenz: CC BY 2.0

Wieviele Berliner wären nicht geboren ohne ihn? Und dazu gehört nunmal auch das Tempelhofer Feld. Es ist eines der wenigen Sachen in Berlin, die uns nicht nur ermahnen, sondern uns Berlinern in einer schweren Zeit Hoffnung gespendet haben. Durch den Flughafen Tempelhof konnte uns die Welt helfen. Die Generation Berliner, die den kleinen Fallschirmen mit der Schokolade hinterher gerannt ist, lebt noch.

Luftbrücken Souvenir, Alliiertenmuseum Berlin
Foto: János Balázs, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Also warum können wir das Tempelhofer Feld nicht erhalten? Damit die Stadt einen schönen Rückzugsort hat. Zur Zerstreuung, für Events. Das deutsch-amerikanische Volksfest, gerade das gehört in den ehemaligen amerikanischen Sektor.

TempelhoferFeld_Okt12_FotoJoergHaas_CC-BY-NC20

TempelhoferFeld, Oktober 2012
Foto: Jörg Haas, Lizenz: CC BY-NC 2.0

Egal wie groß es ist. Das Tempelhofer Feld sollte so erhalten werden wie es ist. Das, was unser Senat da aufbauen will, reißt er andernorts eh wieder ein. Wie gesagt, ich bin Tempelhofer und stehe dazu, dass der Flughafen mit Feld so bleibt wie er ist. Und jeder Berliner, ob alt oder jung, sollte sich mal überlegen ob er alles mit sich machen lassen will. Wir haben dem Feld viel zu verdanken, und nun ja, bleut man uns nicht seit Kindesbein ein NICHT ZU VERGESSEN???????????

Text: Thomas Bieda

Anmerkung der Redaktion
Der gebürtige Tempelhofer hatte diesen Text in zwei Varianten auf Facebook veröffentlicht. Der Text verbreitete sich in Windeseile. Wir haben im Wesentlichen den zweiten Text übernommen und auf Anraten des Autors leicht redigiert.

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Kurzlink: http://wp.me/p3QzZJ-nt